hm. was?

Ich klick mich grad so durch das Internet und bemerke ganz zufällig das ich so oft das will, was ich eben nicht bekommen kann. Vorallem bei Felix ist mir aufgefallen, das ich ihn will, wenn ich ihm gesagt habe, das ich ihn nicht will und ich will ihn aber nicht haben, wenn ich ihn haben kann. Ich glaube ja, das liegt in der Natur der Menschen, zu wollen, was sie nicht bekommen können. Irgendwie...ist das aber unlogisch, denn sonst gäbe es keine Ehepaare, keine glücklichen Pärchen und keine glücklichen Unternehmer. Vielleicht bin auch nur ich so, ich und tausend andere die ihr Leben für tragisch halten.

Ich meine, wieviele von Selbstmitleid nur so triefende Weblogs gibt es denn auf Myblog.de, und warum hab ich mir trotzdem einen eingerichtet? Um der Menschheit auszurichten, dass ich genauso überflüssig bin wie die Masse? Nein, ich will Mitleid, aber ich hasse Mitleid. Ich will stilles Mitleid, keines das ich sehen kann. Ich will, dass andere Menschen mit mir leiden und ich will, dass sie dabei gefälligst die Klappe halten. Ich will, dass ich als sehr tragisch abgestempelt werde und ich will, das man sich überlegt, was in den Menschen vorgeht, die mich so quälen. Aber eines ist klar. Mein Weblog wird durchschnittlich von 0,1 Menschen gelesen. Also komplett sinnlos das Ganze.

Also, wieso dann der Weblog, wenn ich sowieso weiß, das es keinen interessiert, was ich schreibe? Na ja, es liegt daran, das es effektiver als ein Psychater ist. Zum einen kann ich hier schreiben, was zur Hölle ich will. Niemand, der mit mir dann in Kontakt steht (also mein Psychater) wird mich als verrückt halten und innerlich über mich lachen. Ihr da draußen könnt lachen, so laut ihr wollt, ich höre es nicht und es ist mir egal. Des Weiteren ist es ziemlich entspannend, wenn mein "Gegenüber" keine blöden Fragen stellt, a la "Wie fühlen sie sich dabei?". Ich kann hier tippen und überleiten und Thema wechseln und sagen was ich möchte. Keiner schreibt mir vor, was ich zu tippen hab. Und außerdem gibt mein Blog keine Kommentare zu dem, was ich hier reintippe. Ihr da draußen, klar ihr könnt euch ein Bild von mir machen, aber mein Weblog, der den ich anlabere, der sagt rein garnichts dazu. Die letzte Rechtfertigung ist, dass mein Blog keine 200 Euro pro Sitzung kostet. Er ist absolut gratis! Sowas entspannt ungemein. Ja doch, ich glaub das ist der Grund.

I blog, because it's cheaper than therapy. 

Ich denke Tag und Nacht an ihn. Und das sage ich jetzt nicht nur so vor mich hin, weil es sich eben gut anhört. Sondern es ist so. Ich denke Morgends, wenn ich aufstehe an ihn und berühre die Stelle an der er mich "geküsst" hat. Ich denke beim Frühstück an ihn und daran, dass ich ihn schon bald wieder in der Schule sehe. Und ich hoffe, dass er es noch mal tut. Ich denke im Bus an ihn und stelle mir vor, was er wohl zu der Musik sagen würde, die gerade aus meinen Kopfhörern klingt. Ich denke in der Schule an ihn, weil er wenige Meter von mir entfernt in der Paralellklasse sitzt und an seine Freundin denkt. Ich denke beim Mittagessen an ihn und überlege, wie er mich wohl ansehen würde, wenn er mir gegenüber säße. Ich denke Nachmittags an ihn, wenn ich am Computer sitze und ich überlege, ob ich wohl ausreichend gestylt wäre, wenn er hier auftauchen würde. Ich stelle mir am frühen Abend vor, ich würde mit einer meiner Freundinnen weggehen, auf irgendeine Fete oder so und ich würde ihn zufällig treffen. Und schließlich bilde ich mir Nachts ein, er würde neben mir liegen und wir würden uns leise, um niemanden zu wecken, unterhalten über dies und jenes, alles irrelevant, aber wir wären glücklich. Und tief in der Nacht? Da träume ich von ihm. Immer das selbe. Ein Kuss.

Nun ist es halb eins am Morgen und ich gähne hier so vor mich hin. Aus exakt diesem Grund werde ich mich nun in mein kuscheliges Bett begeben und hoffe, dass ich schnell Schlaf finde.Ich hoffe, dass er mich nicht wachhält und ich hoffe, dass er gerade an seine Freundin denkt und keinen Gedanken an mich verschwendet. Denn dann würde ich mich schuldig fühlen. Und könnte nicht schlafen. Ich will die Beziehung nicht zerstören und ich will auch nicht indirekt Schuld sein, wenn sie Schluss machen. Ich will nur, dass er aus freiem Willen mit ihr Schluss macht, im Frieden und ohne Hintergedanken. Und dann, ganz langsam, so das keiner ihn für ein Arschloch undmich für eine Schlampe hält, verlieben wir uns ineinander. Und wir werden miteinander alt und wir sterben nebeneinander.

Ich bin so verliebt!

 

28.9.08 00:32
 


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